
Bloodborne
Unter all den finsteren Videospielen, die das vergangene Jahr gebracht hat, ist Bloodbourne vermutlich das düsterste. Die Stadt Yharnam ist ein architektonischer Albtraum, gotische Türme ragen in den Himmel, in düsteren Gassen lauern grauenvolle Kreaturen. Die Spielwelt selbst ist nicht nur Kulisse, sondern lebendiger, wandelbarer Bestandteil des Spiels: Wenn der blutrote Mond aufgeht, werden Dinge sichtbar, die die Spielfigur an ihrem Verstand zweifeln lassen, und manche Begegnung wird man am Ende der Handlung ganz anders deuten als zu Beginn. Was ist real, was Wahnvorstellung? Was ist Albtraum, was ist Wirkichkeit? Die Welt von Bloodbourne lässt die Spieler*innen bis zum Ende rätseln – und schafft es gleichzeitig ein Grauen zu erzeugen, dass dem literarischen Vorbild H.P. Lovecraft durchaus gerecht wird.
Die DCP-Jury 2016