Anno 117: Pax Romana
Mit Anno 117: Pax Romana beweist Ubisoft Mainz eindrucksvoll, dass technologische Spitzenleistung im Strategiesegment „Made in Germany“ auf internationalem Niveau möglich ist. Herzstück ist die hauseigene Empire Engine, die hochkomplexe Wirtschafts-, Bevölkerungs- und Diplomatiesysteme in Echtzeit berechnet und dabei enorme Städte samt dynamischer Simulation stabil darstellt.
Moderne Rendering-Technologien wie Ray-Traced Global Illumination und GPU-getriebene Vegetation sorgen für atmosphärische Dichte, ohne die Performance zu beeinträchtigen. Besonders bemerkenswert ist die technische Optimierung: Selbst auf Konsolenhardware läuft das Spiel stabil und visuell überzeugend.
Noch bevor aber die erste Legion marschiert oder eine Stadt floriert, erzählt die Musik bereits vom Aufstieg eines Imperiums. Als Fortführung einer traditionsreichen Reihe baut der Titel auf einem großen Erfahrungsschatz auf – und das ist hörbar. Erstmals in der Anno-Geschichte wählen Spieler*innen zwischen unterschiedlichen Startprovinzen: Sie können das Römische Reich in Latium oder das Keltische Königreich in Albion regieren – und damit zwei kulturell klar unterscheidbare Identitäten prägen. Diese Entscheidung spiegelt sich auch im Audio wider. Die Musik nimmt historische Klangfarben auf, ohne museal zu wirken, und übersetzt sie in einen orchestral geprägten, dichten Score, der sich mit dem ruhigen Aufbaufluss verbindet.
Anno 117: Pax Romana ist damit nicht nur eine Weiterentwicklung einer etablierten Reihe, sondern ein technologischer Referenztitel, der Systemkomplexität, Rendering-Qualität und Plattformparität auf außergewöhnlichem Niveau vereint.
Die DCP-Jury, März 2026