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Vom Computerspiel-Kid zum eSport-Unternehmer: Drei Fragen an Jurymitglied Dennis Gehlen

Mittwoch, 31. Januar 2018

2011 hat Dennis Gehlen, damals 25-jährig, eines der größten eSport-Streamingangebote Deutschlands gegründet – TakeTV. Heute ist er perfekter Ansprechpartner und Schnittstelle zwischen dem eSport und anderen Branchen, besonders in den Bereichen Medienproduktion, Events, Messebetreuung und Werbung. Erstmals sitzt der Krefelder in diesem Jahr in der Jury des Deutschen Computerspielpreises und darf gemeinsam mit seinen Jury-Kollegen über die besten Spiele „Made in Germany“ entscheiden. In unserem heutigen 3-Fragen-Interview gibt er uns eine Einschätzung zum deutschen eSport im internationalen Vergleich und erzählt uns, welchen Stellenwert der DCP für ihn hat.

 

  1. 2011 hast Du im Alter von 25 Jahren TakeTV gegründet – eines der größten eSport-Streamingangebote Deutschlands. Wie entstand die Idee, in das damals noch unauffällige Marktsegment eSport zu investieren?

Damals war ich selbst eSportler und spielte für eines der erfolgreichsten Teams der Welt (SK-Gaming) und habe es geliebt, mich online, aber auch offline auf Events im Gaming zu messen. Außerdem hatte ich das Glück, nach meiner aktiven Zeit als Spieler einen Job bei GIGA TV als Moderator und Redakteur zu bekommen. GIGA TV und ESL waren eng miteinander verbandelt und ich konnte fünf Jahre als Angestellter bei beiden arbeiten, wodurch ich sehr gute Einblicke in die Branche erhielt. Als es dann die Technik zuließ, auch von Zuhause aus zu streamen, probierte ich es aus und es dauerte nicht mehr lange, bis ich das Risiko einging, mich selbständig zu machen, um meinen Traum leben zu können und mein eigener Chef zu werden.

 

  1. Eine aktuelle Deloitte-Studie besagt, dass sich eSports bis 2018 weltweit zu einem Milliardengeschäft entwickeln wird. Wie schneidet der deutsche eSport im Vergleich zu anderen Nationen ab?

Der deutsche eSport ist leider nicht so einfach, vor allem wenn es um erfolgreiche Spieler geht, die ganz oben mitspielen. Es gibt immer wieder vereinzelt gute Spieler, jedoch weit unter dem, was ich persönlich erwarten würde, da wir eines der Vorreiterländer in Europa und der Welt waren und sind. Hier ist, denke ich, definitiv noch Luft nach oben. Mit Unternehmen wie der ESL oder Freaks4U - eventuell auch uns – sind wir gut gerüstet.

 

  1. Du bist in diesem Jahr das erste Mal in der Jury des Deutschen Computerspielpreises. Welchen Stellenwert hat der Preis Deiner Meinung nach in der deutschsprachigen Games-Community?

Ich bin ganz ehrlich und muss sagen, dass ich mich in der Vergangenheit nicht sehr intensiv mit dem Deutschen Computerspielpreis auseinandergesetzt habe, aber natürlich mitbekommen habe, dass es ihn gibt. Nun freue ich mich sehr, ein Teil davon zu sein und einen Beitrag zu leisten, den "gap" zwischen eSports und Games-Branche weiter zu schließen. Nachdem ich mich nun eingehender mit dem DCP beschäftigt habe, muss ich sagen, dass ich es extrem gut finde, dass Deutschland solche Preise vergibt. Vor allem Newcomern, aber auch etablierten Unternehmen, bietet der DCP eine großartige Plattform, sich einer neutralen Jury zu stellen und in Deutschland stärker wahrgenommen zu werden. Das ist eine super Sache! Bitte weiter machen! :)