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Prämiertes Jurymitglied: Drei Fragen an Mareike Ottrand

Dienstag, 21. Februar 2017

Als Art-Direktorin und Mitgründerin von Studio Fizbin ist Mareike Ottrand seit über fünf Jahren in der deutschen Spielebranche aktiv. Seit 2015 gibt sie ihr Wissen als Professorin für „Interaktive Illustration und Games“ an der HAW Hamburg an die Spieleentwickler von morgen weiter. Klar also, dass der DCP-Jurorin die Heranführung des Nachwuchses an das Medium Games besonders am Herzen liegt. Über ihren Perspektivwechsel von einer DCP-Preisträgerin zum Jurymitglied spricht Mareike im Interview.

 

1. In diesem Jahr bist Du erneut in der Jury des DCP. War es nach dem Gewinn 2014 in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“ ein ungewohntes Gefühl, über die besten deutschen Spiele mitzuentscheiden?

Anfangs schon, mittlerweile nicht mehr. Man muss es aber tatsächlich erstmal üben, klar und fair digitale Spiele zu bewerten, da sie so unterschiedlich sind. Jedem Jurymitglied sind andere Faktoren wichtig und jeder hat einen eigenen Blick auf die Produktionen. Wir besprechen diese in der Runde, welches enorm hilft, um einen schärferen Blick zu bekommen und nichts zu übersehen. Außerdem habe ich bislang beim DCP sehr gute und professionelle Sichter erlebt, eine wichtige Rolle und elementare Hilfe für die Jury. Ich versuche außerdem, nicht nur das Resultat zu sehen, sondern durch das Projekt hindurch zu schauen, um die Idee hinter einem Projekt zu verstehen, nämlich: Wofür steht dieses Projekt und wie wird unsere Welt darin interpretiert?

 

3. Auch in diesem Jahr zeichnet der DCP in insgesamt 14 Kategorien herausragende deutsche Spieleproduktionen aus. Gibt es Kategorien, die du persönlich besonders wichtig findest?

 

Spannend finde ich die Kategorie "Bestes Kinderspiel" – da ich selber (noch) keine Kinder habe, versuche ich selbst mal wieder eins zu sein oder leihe mir die Kinder von meinen Freunden aus. Die geben sie bereitwillig ab. Mir persönlich ist diese Kategorie sehr wichtig geworden, auch weil ich es so elementar finde wie neue Generationen mit dem Medium aufwachsen, das wir formen. Wir bei Studio Fizbin entwickeln momentan auch viele Spiele für Kids – die App mit dem Elefanten im letzten – und in diesem Jahr ein weiteres Projekt für eine große öffentlich-rechtliche IP. Abgesehen von der Hauptkategorie finde ich noch Beste Inszenierung, Bestes Serious Game und Beste Innovation spannend. 

 

3. Spieleentwicklerin, Games-Dozentin, Jurymitglied beim DCP – was spielst Du aktuell in Deiner Freizeit oder brauchst du privat eine Pause von Computerspielen?

 

Ich spiele in der Freizeit, nur habe ich leider viel zu wenig Zeit. Momentan bin ich immer noch bei "The Last Guardian", ein wundervolles Spiel mit bemerkenswert verballhornter Kameraführung. Wenn ich mich mal abreagieren will, spiele ich "Overwatch", eine Hassliebe. Ich habe eine Vive, auf der probiere ich auch viel aus. Ein paar tolle Indie Games sind immer auf meinem Laptop und Handy installiert. Ansonsten spiele ich viele Spiele meiner Studierenden, fürs IGF in San Francisco, den Deutschen Entwicklerpreis und natürlich den DCP. Keine Beschwerden :)