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Kulturgut Games: Drei Fragen an Jurymitglied Christian Schiffer

Dienstag, 14. März 2017

Mit der Intention ein Computerspiel-Feuilleton zu etablieren, entschloss sich Christian Schiffer vor rund fünf Jahren, ein eigenes Games-Magazin herauszugeben. Klar also, dass das Thema Gameskultur und der kulturelle Zugang zu digitalen Spielen auch bei seiner Juryarbeit im Fokus stehen. Im Interview erzählt der Hörfunkjournalist und Moderator unter anderem, was ein Spiel mitbringen muss, um ihn zu überzeugen.

 

1. Mit WASD hast du 2012 dein eigenes Magazin über Games ins Leben gerufen. Welchen Herausforderungen muss sich der Spielejournalismus aktuell stellen?

 

CS: Spiele sind vielfältiger geworden, Spiele sind auch relevanter geworden für die Gesellschaft und natürlich haben sich auch die Zielgruppen diversifiziert - und das wiederum muss der Spielejournalismus heute abbilden. Früher, da gab es das Preview und den Test, heute gibt es eine breite Palette an verschiedenen journalistischen Formaten, um über Spiele zu berichten, vom Let´s Play-Video bis hin zur elaborierten Feuilletonbesprechung. Das macht Spieljournalismus heute aufregender denn je.

 

2. Als Spiele-Redakteur beschäftigst du dich täglich mit den neuesten Games-und Hardware-Hits. Was muss ein Spiel mitbringen, damit du darüber berichtest?

 

CS: Es muss eine Bedeutung haben, die über das Spiel hinausgeht, es muss zumindest versuchen, mir etwas sagen zu wollen über die Welt, über mich, die Menschen, die es gemacht haben oder vielleicht sogar über Computerspiele selbst. Faustregel: Wenn ein Spiel für eine leidenschaftliche Debatte an der Kneipentheke taugt, taugt es auch für einen WASD-Text.

 

3. In diesem Jahr wurdest du das dritte Mal in die Jury des Deutschen Computerspielpreises berufen. Gibt es Parallelen zwischen deiner Arbeit als Journalist und der Juryarbeit?

 

CS: Ja! Die Jurysitzung erinnert mich oft an Redaktionssitzungen, auch da wird ja oft kontrovers diskutiert, nur eben über Themen und weniger über Spiele. Als Jurymitglied muss man zudem leidenschaftlich, meinungsfreudig und manchmal auch geduldig sein, alles Dinge, die einem im journalistischen Alltag schon auch  weiterhelfen.