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Kostüme und Spiele: Drei Fragen an Ralf Zimmermann von Lightning Cosplay

Dienstag, 20. März 2018

Ralf Zimmermann ist der männliche Teil des erfolgreichen Cosplay-Duos Lightning Cosplay. Gemeinsam mit seiner Partnerin Laura Jansen kreiert er in passionierter Handarbeit Cosplay-Kostüme unterschiedlichster Art. Zum großen Teil handelt es sich hierbei um Auftragsarbeiten für namenhafte Games-Unternehmen, die zu Promotionszwecken genutzt werden. Daneben kann man das Paar für Cosplay-Auftritte sowie für Workshops buchen, oder sich ihre Tutorials in Buchform oder via Youtube ansehen. In diesem Jahr gehört Ralf Zimmermann erstmals der Jury des Deutschen Computerspielpreises an. Über den Reiz des Cosplays und wie er dazu kam, erzählt er uns im 3-Fragen Interview.

1. Seit den 1990er Jahren nimmt die Popularität von Cosplay in Deutschland immer mehr zu. Worin liegt der Reiz im Cosplay?

Das Wachstum der Cosplay-Szene wird meines Erachtens maßgeblich durch die kommenden Generationen und deren wachsendes Interesse an Videospielen und Animes o.Ä. beeinflusst. Viele Kinder der 80er und 90er haben bereits in frühen Jahren viel Zeit mit Videospielen am PC oder an ihrer Konsole verbracht und bei alle späteren Generationen hat dieses Interesse weiter zugenommen. So wuchs auch bei einigen das Interesse, seinen Videospiel- oder Anime-Helden zum Leben zu erwecken. Die Reize sind dabei ganz unterschiedlich. Manche kaufen sich ein Kostüm und haben einfach Spaß daran sich zu verkleiden, andere treffen sich gerne mit Gleichgesinnten auf Conventions und lernen neue Leute kennen.

Für uns liegt der Reiz hauptsächlich darin, einen Charakter – meist aus Videospielen – so detailgetreu wie möglich nachzubilden. Dabei müssen wir uns täglich neuen Herausforderungen stellen und lernen jeden Tag etwas dazu. Cosplay setzt sich übrigens zusammen aus dem Wort Costume (Kostüm) und Play (Spielen), was so viel bedeutet wie, ich verkleide mich wie der Charakter und verhalte mich wie er. Das „Spielen“ versuchen wir meist durch entsprechende Fotos umzusetzen. Dazu arbeiten wir seit mehreren Jahren erfolgreich mit dem Fotografen eosAndy zusammen. Gemeinsam mit ihm haben wir es bis jetzt immer geschafft, die Charaktere in für sie typischen Posen darzustellen. Cosplay bedeutet außerdem Community und alle Bilder und Videos werden untereinander geteilt.

2. Wie kamst Du zum Cosplay? Und ist es für dich ein Hobby, ein Beruf oder eine Berufung?

Alles entstand, wie so oft im Leben, durch Zufall. Im Jahr 2007 lernte ich meine heutige Verlobte Laura Jansen kennen und lieben. Damals aus meiner Sicht untypisch für ein Mädchen, interessierte sie sich, wie ich, sehr für Videospiele. Im Jahr 2011 waren wir dann auf dem Japantag in Düsseldorf und sind zum ersten Mal mit dem Thema Cosplay in Berührung gekommen. Die ganzen verkleideten Menschen dort haben Laura beeindruckt und so inspiriert, dass sie ein Jahr später (2012) selbst mit ihrem ersten Kostüm begonnen hat. Anfangs habe ich immer nur hier und dort geholfen, wo sie meine Hilfe benötigte, mit den Jahren wurde ich allerdings immer mehr in den Kostümbau involviert. Neben unseren Studien hatten wir genug Zeit, das Hobby immer weiter auszubauen und nachdem wir beide mit dem Studium fertig waren, haben wir Cosplay als unsere Berufung verstanden und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

3. Von allen Games-Charakteren, die Du bisher dargestellt hast, welcher ist Dein Favorit und warum?

Ich finde es ehrlich gesagt schwer, einen Favoriten zu nennen. Bezogen auf die Cosplays haben alle ihre Vor- und Nachteile. Manche sind sehr bequem, andere wiederum nicht, sehen dafür aber sehr beeindruckend aus. Ich würde sagen, dass i.d.R. mein neuestes Cosplay auch immer mein Favorit ist, wie aktuell z.B. der Kleriker aus dem Spiel ELEX. Wir werden einfach handwerklich immer besser und somit werden auch unsere Kostüme immer ausgereifter. Aktuell arbeiten wir an Olgierd von Everec aus The Witcher 3 und ich denke, das könnte mein längerfristiger Favorit werden.