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Interview: GoldenTricycle - CLARC

Donnerstag, 15. Januar 2015

Im Jahr 2011 als 2 1/2-Mann-Unternehmen gegründet, ist das Unternehmen Golden Tricycle seitdem gewachsen und besteht aktuell aus 5 Vollzeitangestellten. Das actiongeladene Puzzle-Adventure CLARC ist der erste Titel des Studios. 

Mitbegründer Felix Möckel beantwortet einige Fragen zu ihnen und dem Gewinner für bestes mobiles Spiel 2014.

 

Golden Tricycle Logo

 

1.       Worum geht es in „CLARC“?

Die Kurzfassung wäre in etwa "Niedlicher Hausmeisterroboter in verwahrloster Waffenfabrik verliebt sich in Nuklearrakete, die aus Abrüstungsgründen von einem intelligenten Raumschiff entführt wird und gerettet werden muss."

In Wahrheit ist das aber natürlich nur der grobe und etwas schräge Rahmen, in dem unsere Geschichte spielt.

Denn es geht in CLARC eigentlich um das Außenseitertum eines nerdigen Protagonisten, der feststellen muss, dass er seine Ziele nicht erreichen wird, wenn er nicht aktiv und gegebenenfalls auch mal gegen die Interessen anderer für sie einsteht. Es geht ums Erwachsenwerden, um Verantwortung und den Umgang mit Autorität. Und um süße Atomraketen und betrunkene Roboter.

 

2.       Was unterscheidet es von anderen Spielen seines Genres?

CLARC ist im Herzen ein gridbasiertes Puzzlespiel. Allerdings kommt man nicht nur mit den richtigen Gedanken zum Ziel, denn in diversen Actionsequenzen muss der Spieler zusätzlich sein Geschick unter Beweis stellen. Auch findet man im mobilen Puzzle-Genre selten so aufwändige 3D-Grafik und musikalische Untermalung oder eine umfassende Story mit hunderten von Dialogzeilen.

 

Screenshot aus CLARC

3.       Wie entstand die Idee für Ihr Spiel?

Wir waren von den Arbeitsbedingungen in der 3D-Visualisierung desillusioniert und suchten nach einer neuen Herausforderung. Diese fanden wir im damals neu aufkommenden Android-Betriebsystem und entschieden nach einigem Überlegen, unsere Jobs aufzugeben und unser eigenes kleines Unternehmen zu gründen.

Ursprünglich war ein 2D-Puzzlespiel mit etwa 6-monatiger Produktionszeit angedacht, doch das Projekt begann schnell zu wachsen. Und je mehr es wuchs, desto mehr wuchs es uns ans Herz und desto mehr der vielen erdachten Features wollten wir umsetzen. Die Ideen, aus denen sich das fertige CLARC zusammensetzt, entwickelten sich über viele Monate; es war kein spontaner Einfall über Nacht.

 

4.       Wie haben Sie von der Einreichmöglichkeit beim DCP erfahren?

Wir kannten den DCP bereits. Eine Bewerbung lag auf der Hand.

 

5.       Inwiefern hat die Auszeichnung im Rahmen des DCP Ihrem Spiel bzw. Ihnen weitergeholfen?

In erster Linie war die Auszeichnung für uns eine Art Legitimation unseres gut zweijährigen Ringens. Da wir beide nie eine ordentliche Ausbildung als Gamedesigner absolviert haben und nach so langer Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit einem einzigen Titel auch ziemlich betriebsblind waren, war es Balsam für die Seele, von außen eine solche Anerkennung zu erfahren.

Außerdem haben wir durch den Preis das Vergnügen gehabt, viele spannende Menschen aus der Videospielszene kennenzulernen. Mit einigen von ihnen pflegen wir nach wie vor freundschaftlichen oder geschäftlichen Kontakt.

 

Das Team von Golden Tricycle

6.       Wofür werden Sie das gewonnene Preisgeld einsetzen?

Wir arbeiten derzeit an der Konzeption eines Virtual-Reality-Games. Da VR noch sehr jung ist, erinnert das in Teilen an die Forschungs- und Recherchearbeiten, die wir ab und an während unseres Architekturstudiums absolviert haben. Es ist jedenfalls ein außerordentlich spannendes Thema und unsere Cross-Plattform-Erfahrungen und die durch CLARC gewonnenen Kontakte zu Google und Oculus kommen uns dabei sehr gelegen.
Auch wenn es zu früh ist, sich festzulegen, besteht doch eine gute Chance, dass wir das Preisgeld in diese Richtung investieren werden.