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Games als Kulturgut: Drei Fragen an Olaf Zimmermann

Dienstag, 13. Februar 2018

Seit 1997 ist Olaf Zimmermann Leiter und Geschäftsführer des deutschen Kulturrates e.V. und Herausgeber und Chefredakteur von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates. Olaf Zimmermann ist seit 2015 Mitglied in der Hauptjury des Deutschen Computerspielpreises (DCP). In unserem heutigen 3-Fragen Interview geht es um Games als Kulturgut.

  1. Herr Zimmermann, was macht der Deutsche Kulturrat und welchen Bezug hat er zu Computerspielen?

Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, das heißt, er vertritt 257 Bundesverbände der Künstler, der Kulturwirtschaft und der Kulturvermittlung in kulturpolitischen Fragen, hauptsächlich gegenüber der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag. Mit dem Thema Computerspiele befassen wir uns seit mehr als zehn Jahren intensiv, nachdem wir uns vehement in der sogenannten „Killerspieldebatte“ für Kunstfreiheit für das Genre eingesetzt haben. Selbstverständlich gehört auch game, der Verband der deutschen Games-Branche, dem Deutschen Kulturrat an.

  1. Was macht ein gutes Spiel aus und wann ist ein Game „kulturell wertvoll“?

Ein gutes Spiel ist innovativ, künstlerisch und macht Spaß. Der eher antiquierte Begriff „kulturell wertvoll“ kommt aus der Jugendschutzdebatte und erscheint mir nicht dazu geeignet, Games über den Jugendschutz hinaus sinnvoll zu bewerten.

  1. Seit 2008 beschäftigt sich der Deutsche Kulturrat mit Games und Computerspielen. Sie gelten seitdem offiziell als Kulturgut. Wie werden Games die kulturelle Vielfalt in Deutschland in den kommenden 15 Jahren beeinflussen?

Ob etwas Kulturgut ist, entscheidet glücklicherweise weder der Deutsche Kulturrat, noch die Bundesregierung oder irgendeine andere Institution quasi par ordre du Mufti. Es ist immer ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess, zu dem wir zum richtigen Zeitpunkt einen wichtigen Diskussionsbetrag geliefert haben. Weil das so ist, kann auch niemand wissen, wie Games die kulturelle Vielfalt in Deutschland beeinflussen werden. Sehr sicher aber ist, dass die gesellschaftliche Bedeutung von Games eher wachsen, als kleiner werden wird.

 

Die Bildrechte für das Foto von Herrn Zimmermann liegen bei (c) Tim Flavor.