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Digitale Spielkultur: Drei Fragen an Jurymitglied Martin Lorber

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Bereits seit 2004 verantwortet Martin Lorber für Electronic Arts als PR Director die strategische Unternehmenskommunikation, die politische Kommunikation und den Bereich Corporate Social Responsibility im deutschsprachigen Raum. Als Jugendschutzbeauftragter des Unternehmens und Autor des EA Blog für digitale Spielkultur beschäftigt sich der Stuttgarter mit der kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Dimension von Computer- und Videospielen. In diesem Jahr wurde Martin Lorber erneut in die Jury des DCP berufen. Bestehend aus Haupt- und Fachjury entscheidet diese über die Vergabe des wichtigsten Förderpreises für die deutsche Spielebranche. In unserem drei Fragen Interview erklärt Martin Lorber, welchen Beitrag der DCP für die deutsche Spielebranche leistet.

 

1. In Ihrem Blog für Digitale Spielkultur verfolgen Sie seit Jahren aktuelle Entwicklungen der Games-Branche. Welche Themen der Spielebranche fanden Sie 2016 besonders bemerkenswert?

ML: Zu sehen, wie VR-Games auf der gamescom begeistert aufgenommen wurden und diese selbst auszuprobieren, war eines der besonderen Themen 2016. Außerdem war es spannend mitzuverfolgen, wie das Thema eSports breit gesellschaftlich diskutiert wurde. In fast allen deutschen Leitmedien konnte man spannende Reportagen, Berichte und Analysen darüber lesen und sehen. Und auch in der politischen Debatte ist eSports ein wichtiges Thema geworden.

Und natürlich gab es 2016 wieder eine ganze Reihe von fantastischen Spielen!

 

2. Welche Bedeutung hat der DCP für den Spielestandort Deutschland?

ML: Der DCP hat eine große Bedeutung für Deutschland als Entwicklungsstandort, wenn es darum geht, zu schauen, welche Spiele hier von welchen Teams entwickelt werden und diese mal ins Rampenlicht zu stellen. Natürlich kann der DCP dabei nur Mosaikstein sein, aber eben ein wichtiger.

 

3. Was ist darüber hinaus notwendig, um Deutschland als Entwicklungsstandort zu stärken?

ML: Wir brauchen ein umfassendes Programm zur Förderung des Entwicklungsstandorts Deutschland; angefangen von einer systematischeren Förderung durch den Bund, einer weiteren Vernetzung der Länderprogramme, Entwicklungsmöglichkeiten für die digitale Industrie generell, digitale Bildung grundsätzlich verbessern und die Hochschulausbildung weiter ausbauen.