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Gaming-Tausendsassa: Drei Fragen an Jurymitglied Uke Bosse

Freitag, 03. Februar 2017

Uke Bosse ist Medienschaffender, Schauspieler und seit jüngstem zusätzlich Professor für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule Berlin. Darüber hinaus ist er als Videospieljournalist und -entwickler tätig und seit 2015 fester Bestandteil der DCP-Jury. Warum man den DCP Live-Stream auf keinen Fall verpassen sollte und wie sein Wunsch-Computerspiel aussieht, verrät uns Uke im Interview.

 

1. Der Deutsche Computerspielpreis ist in erster Linie ein Förderpreis für Spieleentwickler und unterscheidet sich damit maßgeblich von internationalen Beliebtheitswettbewerben und Werbetrailer-Shows. Was sind in deinen Augen gute Gründe, um am 26. April den DCP Live-Stream der Preis-Verleihung einzuschalten?

Bosse: Nun, jede DCP-Gala beginnt mit einer Eingangsrede von Bundesdigitalminister Alexander Dobrindt. Können internationale Beliebtheitswettbewerbe und Werbetrailer-Shows so etwas bieten? Ich denke nicht.  Aber ja es stimmt: Es wird weniger krasse Reveal Trailer geben. Dafür aber auch deutlich weniger „Doritogates“. Doch abgesehen davon: Wen die deutsche Spielekultur interessiert - und warum sollten sich Spieler hierzulande nicht dafür interessieren - der darf auch gerne mit dabei sein, wenn beim DCP herausragende Leistungen gewürdigt werden, wenn junge Entwickler überdimensionale Schecks entgegennehmen und wer weiß, vielleicht rennt mein Jurykollege Fabian Döhla ja auch wieder nackt über die Bühne.

 

2. Worauf legst du bei deinen Nominierungsentscheidungen als Jurymitglied besonders Augenmerk?

Bosse: In meiner Kategorie geht es darum, eine Welt in ihrer Gesamtheit zu bewerten. Dazu muss man sich alles anschauen: Wie fühlt sich die Welt an, was kann ich in ihr anstellen, kann ich mich in ihr verlieren, wie gut sind Narrative und Mechanik miteinander verästelt? Und ganz ganz wichtig natürlich: Wie gut ist das Wasser animiert. 

 

3. Seit April 2015 dozierst du an der MD.H Berlin „Leveldesign und Spielerführung“ und „Grundlagen des Gamedesigns II“. Wenn deine Studenten ein Computerspiel ganz nach deinen persönlichen Wünschen designen „müssten“ – wie würde es aussehen?

Bosse: Diese Frage impliziert, dass ich so eine Aufgabe noch nie gestellt habe. Das ist selbstverständlich ein Irrtum, denn das müssen meine Studierenden natürlich regelmäßig tun. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Perfektion vielgestaltig ist. Ein Beispiel für ein Spiel nach meinen Wünschen wäre eine perfekte Simulation des ostfriesischen Wattenmeers.