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Community-Kenner: Drei Fragen an Jurymitglied Fabian Döhla

Mittwoch, 25. Januar 2017

Seit über zwanzig Jahren macht Fabian Döhla beruflich etwas mit Games. In den ersten Jahren noch als Spieleredakteur, bevor er vor gut 15 Jahren in die PR wechselte. Nach Stationen bei Codemasters und SEGA unterstützt Fabian heute diverse Spielefirmen in der Kommunikation. Zuletzt den Spieleentwickler CD Projekt Red, der mit „The Witcher 3: Wild Hunt“ gleich drei Auszeichnungen beim DCP 2016 abräumen konnte. Als Mitglied der Fachjury wird der ausgewiesene Spiele-Experte sein geballtes Fachwissen einbringen. Wie er den Stellenwert des DCP in der Community einschätzt und worauf er bei Nominierungen besonders achten wird, verrät er in unserem Interview.

 

1. Welchen Stellenwert hat der DCP für die deutsche Games-Branche und welches Ansehen genießt der DCP deiner Einschätzung nach in der Community der Spielerinnen und Spieler?

Beides hat sich in den letzten Jahren verbessert - es gibt die sichtbaren Bemühungen, den Preis außerhalb der Branchenblase zu etablieren. Gerade in der Community dauert's aber noch länger, da wie hier eine Award-Überflutung haben, immerhin steht der DCP ja dort auch in direkter Konkurrenz mit bekannten internationalen Veranstaltungen. Die bessere Wahrnehmung ist aber durchaus erkennbar.

 

2. Worauf wirst du als Jurymitglied bei den nominierten Computerspielen besonderes Augenmerk legen?

 

In meiner Kategorie ist mir die Stimmigkeit sehr wichtig. Kann ich mich in der Welt verlieren, bietet sie eine gekonnte Mischung aus toll erzählten Geschichten und Überraschungen - und geht sie gleichzeitig neue Wege?

 

3. Beim DCP 2016 wurde „The Witcher 3: Wild Hunt“ in zwei internationalen Kategorien und mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Was müssen deutsche Spieleproduktionen heute erfüllen, um auch international bei den Spielern anzukommen?

 

Wenn ich darauf die Antwort hätte ... dann würde ich eine kleine Consultingfirma gründen und diese Infos für viel Geld verkaufen.

 

Die größte Herausforderung bleibt der fehlende Einstieg. Die größten Talente aus Deutschland finden eigentlich nur im Ausland einen Job - und so befindet man sich in einer scheinbar endlosen Spirale. Kaum hochklassige Produktionen aus Deutschland, Designer und Entwickler wandern ab. Und ohne diese gibt's keine lokalen Spieleproduktionen.